Tor der Woche

Schulen und KiTas mit besonderen Herausforderungen entlasten!

(Kommentare: 0)

Ab dem neuen Schul- und KiTajahr 2017 muss sofort gezielt geholfen werden

Anders als in manchen Darstellungen der Anschein erweckt wird, geht es nicht allen Schulen und KiTas in Bremen schlecht. Vielen geht es sogar ausgesprochen gut, es wird eine gute Arbeit geleistet, Eltern und Beschäftigte sind im Großen und Ganzen zufrieden, es werden Preise und Auszeichnungen erworben. In diesen Schulen und KITas erleben Viele einen ganz normalen Alltag mit all den dazu gehördenden Problemen, aber auch den Fähigkkeiten diese Probleme zu lösen und die Kinder voran zu bringen.

 

In einigen Schulenn und KiTas ist das Bild aber ein ganz anderes. Hier sammeln sich seit längerem so viele Probleme, dass von einem regulären Unterricht, der die Mehrzahl der Kinder zu einem guten Schulabschluss führt, nicht die Rede sein kann. Hier prägen Kinder und Jugendliche den Alltag, die zu Hause nicht nur keine Unterstützung erhalten, sondern oftmals durch die familiäre Situation zusätzlich belastet sind. Hier können viele Kinder die deutsche Sprache nicht ausreichend, um dem täglichen Unterricht oder den frühkindlichen Angeboten folgen zu können. Hier werden viele so genannte "Inklusionskinder" betreut, die eigentlich in funktionierende Gruppen inkludiert werden sollten, aber oftmals die Kapazitäten aus- und überlasten, die durch andere Problemlagen ohnehin schon gefordert sind. Der personelle und räumliche "Film" ist in diesen Einrichtungen schon so "dünn" gestreckt, dass er allenthalben reißt. Konkret heißt das: hohe und sehr hohe Krankenstände, frustrierte MitarbeiterInnen, ausfallender oder zu kurz kommender "Normalunterricht", vernachlässigte oder nach Hause geschickte Kinder mit besonderem Förderbedarf, "Extra-Schichten" des Personals als Jugendhilfe- und SozialarbeiterInnen, die in keinem Stundenplan auftauchen.

 

Nachdem die Stundenzuweisungen für den Unterricht an den Schulen des Landes durch Zuweisungsrichtlinien gut geregelt sind und auch die Erzieherinnen-Stunden an KiTas an der Anzahl der Kinder orientiert sind, bedarf es keiner neuen Zuweisungen nach dem "Gießkannen-Prinzip". Es muss allerdings dringend denjenigen Einrichtungen gezielt durch deutlich mehr Stundenzuweisungen von Lehrkräften und nicht-unterrichtendem Personal an Schulen sowie Erzieherinnen- und Assistenz-Stellen in KiTas geholfen werden, die durch die oben beschriebenen multiplen Problemlagen am meisten betroffen sind. Indikatoren sollten nicht künstlich "erfunden" werden. Deshalb lehne ich eine Zuweisung zum Beispiel nach der Anzahl der so genannten Fallkonferenzen mit dem Jugendamt, an denen Lehrkräfte teilnehmen, ab. Statt dessen sollte der bestehde so genannte Sozialindikator zum Beispiel durch konkrete Zahlen von Kindern mit besonderem Förderbedarf und SprachanfängerInnen ergänzt werden. Wer tägliche Beiträge zur Inklusion von Förderkindern und zur Integration Flüchtlingen leistet- und dies oft auf einem schon schwierigen sozialen Hintergrund- der sollte in Zukunft eine deutlich höhere Zuweisung beim Personal (im gesamten Personalmix, besonders auch bei den jeweiligen Schul- und KiTa-Leitungen) erhalten und auch bei Sanierungs-, Neu- und Anbaumaßnahmen bevorzugt werden.

 

Da die Probleme nicht erst seit heute auf den Nägeln brennen, darf nicht auf die dringend benötigte Aufstockung im Haushalt 2018/19 gewartet werden. Die höhere Zuweisung muss zum neuen Schul- und Kindergartenjahr am 1. August 2017 beginnen, auch wenn dies einen so genannten Nachtragshaushalt im laufenden Haushaltsjahr erfordern würde. Gut wäre es, diesen zu vermeiden und (Steuer-)Mehreinnahmen oder geringere Ausgaben (z.B. für Zinsen) im laufenden Haushaltsjahr zu nutzen. Wenn dies nicht reicht, muss die regierende Koalition aber auch über den Schatten des so ungeliebten Nachtragshaushaltes springen. Ansonsten geben wir Kinder, Eltern, LehrerInnen und ErzieherInnen auf, die unsere Unterstützung am nötigsten haben.

Zurück

Einen Kommentar schreiben